Das Ozeanium – kommt das Meer nun nach Basel oder bleiben wir ein Binnenstaat?

Seit rund zehn Jahren plant der Zoo Basel auf der Heuwaage das Ozeanium. 2024 soll nun aber endlich das Meer nach Basel kommen.

Der Weg zum heutigen Stand war steinig und der Bau hat noch immer nicht begonnen. Die Gegner des Ozeaniums rufen Bedenken wach, bezüglich der zunehmenden Verkehrsbelastung die für Basel entstehen könnte, dem hohen Stromverbrauch des Grossaquariums, der so viel Strom fressen soll wie ein 2800 Seelen Dorf und dem Aspekt des Tierschutzes.
Die Umweltschutz-Organisation „Fondation Franz Weber“ hält das Projekt für nicht nachhaltig und hatte Einsprache gegen das Vorhaben eingereicht. Diese wurde allerdings abgewiesen. Anstelle des Ozeaniums schlägt die Fondation Franz Weber vor mit Multimedia-Technik eine Unterwasserwelt virtuell zu erschaffen.
Die Regierung hingegen billigt das Ozeanium nicht bloss, sondern kommt dem Zolli sehr entgegen. Gerade einmal 50 Franken pro Jahr will Basel für die jährliche Nutzung der 4300 Quadratmeter Land haben. Ein wirkliches Schnäppchen, da ein marktkonformer Preis gemäss Regierung bei ungefähr 21’500 Franken pro Jahr läge.

Was der Zolli mit dem Ozeanium erreichen will
Einerseits will der Basler Zolli mit dem Bau des Ozeaniums die Gesellschaft auf «die Grösse des Ozeans, seine Vielfalt, seine Schönheit, aber auch seine Fragilität und Bedrohung» sensibilisieren.
Andererseits erhofft er sich von dem Projekt internationale Ausstrahlung. Er will die Besucherzahlen wieder steigern. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass die Besucherzahlen im Zoo, in welchem das Vivarium weiterhin bestehen bleibt, nicht verändert werden und das Ozeanium keine Konkurrenz zum bestehenden Zoo darstellen wird.
Dabei sollen keine Kosten für den Steuerzahler entstehen, da die sich auf 100 Millionen Franken belaufenden Kosten durch Spenden finanziert werden sollen. Zudem sollen die Tiere und Pflanzen im Ozeanium «aus nachhaltigem Fang» bezogen werden, heisst es. Quallen und Korallen sollen aus den Zuchtbeständen des Zollis und weiteren Zuchten entnommen werden. Demnach hat der Bezug der Tiere für das Ozeanium gemäss dem Zolli «keinen schädlichen Einfluss auf natürliche Populationen oder Ökosysteme».
Der Zolli liess das Ozeanium auf Umweltverträglichkeit prüfen. Ergebnis: Maximal 50 Prozent der Besucher werden mit dem Auto anreisen. In dem Fall würden die bestehenden Parkhäuser Elisabethen und Steinen ausreichen. Zudem plant der Zoo Basel noch ein Parking am Erdbeergraben.

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