Reisebegeisterte aufgepasst!

Bevor wir starten. Wo seid Ihr gerade und wie geht es euch?

Wir sind seit fast vier Monaten in Mexiko. Seit einem Monat mieten wir ein kleines Appartement mit Balkon, direkt am Strand. Gestern haben wir dieses um einen weiteren Monat verlängert, somit reisen wir in etwa vier Wochen weiter Richtung Guatemala.

Es geht uns fantastisch.

Wie lange seid Ihr schon unterwegs?

Wir haben unsere Arbeit vor 25 Monaten aufgegeben und sind anschliessend auf Reisen gegangen. Aus Krankheitsgründen gingen wir allerdings zwischenzeitlich zurück in die Schweiz zur Genesung. Seither sind wir wieder 13 Monate unterwegs.

Habt Ihr noch einen festen Wohnsitz?

Nein. Wir haben alles aufgelöst und uns in der Schweiz abgemeldet.

Mit welchen Fortbewegungsmitteln reist Ihr?

Für weite Strecken Flüge, in Australien lebten wir in unserem Camper, Amerika bereisten wir im Cabrio, in Malaysia war es auch mal Autostopp, in Mexiko kurz zu Pferd und im Oman mit dem Kamel. Was uns gerade geeignet vorkommt und Spass macht.

Wie sieht es mit dem Essen aus? 

Der Grund für unsere Heimkehr auf der ersten Weltreise war eine schwere Lebensmittelvergiftung. Das ist bald zwei Jahre her und wir spüren noch immer die Nachwirkungen. Wir sind seither kritischer, was das Essen betrifft.  Fränzi isst wenig Fleisch und Fisch. Sie hat oft mehr mühe, etwas Passendes zu finden. Beispielsweise hier in Mexiko wird fast kein Gemüse serviert, und zu jeder Mahlzeit gehört Fleisch oder Fisch dazu. In China ging es so weit, dass wir uns das chinesische Zeichen für „vegetarisch“ notierten, damit wir nicht plötzlich eine Bambusratte serviert bekamen.

Genützt hat es schlussendlich allerdings nichts 😉

Probiert alles oder gibt es auch Grenzen bezüglich des Essens?

In China wurden Haifische vor den Restaurants in Containern lebend gehalten und konnten zum Essen bestellt werden. Hunde oder eben Bambusratten sind absolut keine Seltenheit. Da gibt es für uns schon Grenzen.

Wir essen sicher keine geschützten Tierarten, keine „Haustiere“ und keine lebendigen Tiere, was in China auch recht üblich ist. 

Trotzdem springen wir ab und an über unseren Schatten und probieren ein 1000 jähriges Ei (ebenfalls eine Spezialität in China), Kangaroo, Krokodil in Australien oder Heuschrecken, welche in Teilen Mexikos eine Delikatesse sind.

Welches Gericht was das beste, welches Ihr im Ausland gegessen habt?

Wir sind uns einige, dass das beste „Gericht“ auf unserer Reise die Früchtedrinks im Oman waren. Sie ersetzten problemlos eine Mahlzeit, sind mehr püriert, als gepresst und einfach fantastisch.

Was war der schönste Ort, den Ihr je bereist habt?

Orte können schwer gegeneinander konkurrieren. Ein Strand ist der weisseste, der andere hat die schönsten Wellen und ein weiterer die freundlichsten Einwohner. Das selbe gilt für Berge, Reisfelder oder Vulkane. Noch schwerer ist es, eine Stadt, wie San Francisco mit einem Land wie China zu vergleichen. Es ist für uns unmöglich DEN schönsten Ort zu nennen. Um dir aber trotzdem eine Antwort zu geben.

Simon: Für mich war der schönste Ort der 80 Mile Beach in Australien. Wie der Name schon sagt, 80 Meilen schneeweisser Strand und wir mit unserem Bus konnten direkt an diesem campieren.

Fränzi: Für mich auch Australien im Northern Territory, resp. im Katherine Nationalpark. Zwar nicht der schönste Ort, dafür der Eindrucksvollste. Paddeln mit dem Kanu war angesagt, links und rechts ragen hohe, imposante Felswände hoch. Plötzlich sichten wir direkt neben uns auf einer Sandbank ein Krokodil,  das verteidigende Laute von sich gibt. Als wir realisieren, dass das Krokodil immer näher kommt, paddeln wir im Eiltempo davon.

Was war eure gefährlichste Situation?

Das war definitiv die Lebensmittelvergiftung in China. Brenzlig wurde es, als wir Abseits der Touristenpfade entschieden ein Spital aufzusuchen und sie dort nicht gewillt waren, Leute zu behandeln, welche kein chinesisch sprechen. Zudem war es dort nicht möglich, internationale Anrufe zu tätigen und jemanden zu kontaktieren. So mussten wir schnellst möglich nach Peking in ein Internationales Spital. Das dauerte unangenehme zwei Reisetage.

Was war euer glücklichster Moment?

Natürlich gehören das Beobachten von Blauwalen, Schwimmen mit Delfinen, Tauchen mit Haien, Strände oder Grossstädte wie Hongkong zu den Highlights. Trotzdem, mit dem eigenen Camper durch Australien zu fahren, bloss alle paar Stunden ein anderes Auto auf der Strasse anzutreffen, weit ab von Internet und Handy-Empfang, das ist schon unglaublich. Das Gefühl von Freiheit, Leben und Glück kann kaum grösser sein.

Wie finanziert Ihr eure Reisen?

Wir haben gearbeitet und gespart. Mittlerweile verdienen wir ein kleines Sackgeld mit unserem Blog und beraten nebenbei andere Reisende, helfen bei ihrer Vorbereitung oder planen ihre Reiseroute.

 

Wie kamt Ihr auf die Idee, einen Blog zu führen?

Erst für Familie, Freunde und Verwandte. Schnell vermehrten sich die Besucher und Heute schreiben wir zusätzlich für Reisebegeisterte oder die, welche es werden wollen.

Als wir zu unserer Reise aufbrachen gab es wenig Blogs zum Thema Langzeitreise. Auch bei Globetrotter konnte man uns nicht weiter helfen, da viele Regeln, wie ein Around The World Ticket, nur bis zu einem Jahr gültig sind. Daher versuchen wir heute zudem anderen Schweizern Tipps zu geben, um sie in ihren Reiseplänen zu unterstützten.

Ihr packt eure sieben Sachen. Welche sind es?

Simon: Ich packe bloss drei. Brauche noch Platz, muss ja sicher noch etwas von Fränzi einpacken 😉 

iPhone, Kamera, Badehose.

 

Fränzi: Bikini, Pflege für die Haare, FlipFlop, unzählige T-Shirt, kurze Hosen, Handtasche, Lippenpflege, iPhone…..ach ja, der Rest des Kleiderschrankes findet sicher herrlich Platz in Simons Rucksack 😉

Ihr einen Gegenstand dabei, der euch an die Heimat erinnert?

Wir haben das iPhone und darauf ein paar Fotos von der Familie. Zudem können wir damit regelmässig über FaceTime telefonieren.

Verändert eine Weltreise eine Person?

Ja, wir glauben schon.

Wie hat es euch verändert?

Zu sehen, wie viel Armut es auf der Welt gibt, wie viele Menschen um ihr Überleben kämpfen müssen, das beschäftig uns häufig. Speziell mit dem Wissen, wie gut es uns in der Schweiz geht und wie wenig viele Schweizer bereit sind, von unserem riesigen Kuchen ein kleines Stück abzugeben.

 

Da passen sich die Werte an. Teure Klamotten oder neue Computer werden nebensächlich, da sie nicht längerfristig glücklich machen. Erlebnisse, Gesundheit und die Dankbarkeit von Leuten, welchen man etwas mehr gibt als nimmt, hingegen, sind unbezahlbar.

Denkt Ihr, es gibt Leute, für die eine Weltreise gar nicht geeignet ist? Wenn ja, wieso?

Selbstverständlich. Wer nicht gerne reist, sollte es lassen.

Etwas über andere Länder, deren Kultur, Religion und Geschichte zu lernen, schadet hingegen niemandem.

Habt Ihr ein paar Tipps für Schulabgänger, die eine Weltreise vorhaben?

Behaltet deinen Traum im Blick und geh in kleinen Schritten darauf zu.

Beginn Heute mit dem ersten Schritt. Wenn du nicht weisst wie, melde dich bei uns.

Hab Geduld.

Starte mit einer kürzeren Reise, vielleicht 1-2 Monate. Unterwegs warten ein paar Stolpersteine und wenn du vor der grossen Reise bereits Erfahrung hast, kann das nicht schaden.

Eine Weltreise kostet nicht so viel, wie manche denken. Wenn du das wirklich willst und den Traum nicht aus den Augen verlierst, dann schaffst du es auf jeden Fall.

Gibt es etwas, das Ihr am meisten vermisst?Gerade jetzt: Schoggi.

Bild

2 Kommentare zu „Reisebegeisterte aufgepasst!

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  1. Ich liebe 100-jährige Eier! Am besten übrigens in der Provinz Hunan. In meinen Jahren in China habe ich das sicher einmal pro Monat gegessen und kann das nur empfehlen. Auch wenn schwarze Eier schon etwas seltsam aussehen.

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